Ein Wohnmodul entsteht nicht am Stück, sondern in Schichten. Zwischen der nackten Stahlwand und der fertigen Oberfläche liegen rund 16 Zentimeter Aufbau, zwei voneinander getrennte Dämmebenen und ein gutes Dutzend Arbeitsschritte, die in einer bestimmten Reihenfolge passieren müssen. Rund 90 Prozent davon entstehen in unserer Halle in Landsberg am Lech, geliefert wird deutschlandweit.
Sichtbar ist davon später nichts. Genau deshalb haben wir den Ablauf als interaktive 3D-Ansicht gebaut: In der Bauprozessvisualisierung fährst du beim Scrollen durch jede Etappe - vom fabrikneuen Rohbau über beide Dämmebenen bis zur Lärchenholzfassade und dem begrünten Dach. Jede Lage legt sich vor deinen Augen an ihren Platz, mit Materialangabe und Stärke.
Dieser Beitrag ist die Textfassung dazu. Er geht die 18 Etappen der Reihe nach durch und erklärt, warum sie in dieser Reihenfolge stehen. Die Materialangaben stammen aus einem real gebauten Projekt, einem Hausanbau auf Basis eines 20-Fuß-High-Cube-Moduls.
Ein Wohnmodul entsteht nicht am Stück, sondern in Lagen. Was am Ende hinter Fassade und Anstrich verschwindet, entscheidet über Wärmeschutz, Luftdichtheit und darüber, ob später ein Hängeschrank hält.
- 0Etappen vom Rohbau bis bezugsfertig
- 0cmWandaufbau in zwei Dämmebenen
- 0%entstehen in der eigenen Halle
Warum wir jede Schicht offenlegen
Beim Modulbau lässt sich schlecht zusehen. Die Arbeit passiert in der Halle, und was auf dem Grundstück ankommt, ist schon fertig. Das ist bequem - es macht aber auch schwer zu beurteilen, was eigentlich in der Wand steckt. Zwei Gebäude mit derselben Außenansicht können sich in Dämmung, Luftdichtheit und Befestigungsmöglichkeiten deutlich unterscheiden.
Deshalb zeigen wir den Aufbau vollständig, inklusive der Lagen, die niemand mehr sieht. Die Visualisierung beginnt bewusst mit einer Materialauslage: alles, was in ein Modul geht, einmal nebeneinander gelegt, bevor der erste Handgriff passiert.
Die Etappen bilden ein konkretes Projekt ab, kein Standardpaket. Möbel, Bad- und Küchenausstattung sind in der Szene eingezeichnet, damit die Räume lesbar sind - welche Positionen tatsächlich zum Lieferumfang gehören, steht immer im jeweiligen Angebot.
Die 18 Etappen im Überblick
Vom fabrikneuen Rohbau bis zur Übergabe - jede Etappe mit dem Material, das in ihr verbaut wird.
Die Reihenfolge ist keine Geschmacksfrage. Jede Lage setzt voraus, dass die darunter fertig ist, und einige Schritte lassen sich später gar nicht mehr nachholen. Wer die Liste von oben nach unten liest, liest zugleich den Terminplan der Fertigung:
- 01
Der Rohcontainer
20 Fuß High Cube, neuFabrikneuer Stahlkörper, außen 6,06 auf 2,44 Meter, innen 2,69 Meter hoch. Noch ohne eine einzige Öffnung.
- 02
Öffnungen schneiden
Vierkantrohr 40 x 40 x 3Fenster und Türen werden aus der Stahlwand geschnitten, die Ränder mit Vierkantrohr ausgewechselt.
- 03
Bolzen anschweißen
Zinkspray, SchweißbolzenDie Schnittkanten bekommen Korrosionsschutz, auf die Wand kommen Bolzen - sie tragen später den gesamten Aufbau.
- 04
Traggerippe
KVH 4/6 cm Fichte, 60 mmKonstruktionsvollholz zwischen den Bolzen, mit Trennband gegen den direkten Kontakt zum Stahl.
- 05
Erste Dämmebene
2-K-Polyurethan, 60 mmDer Schaum wird direkt auf den Stahl gesprüht und füllt jede Fuge - das hält Kondenswasser von der kalten Wand fern.
- 06
Luftdicht schließen
OSB 3, 12 mm, Nähte verklebtDie erste Plattenlage, jede Naht verklebt. Erst diese Ebene macht die Dämmung überhaupt wirksam.
- 07
Ständerwerk
CW- und UW-Profile, 50 mmDie zweite Ebene schafft Platz für Leitungen, ohne die Dämmung dafür anschneiden zu müssen.
- 08
Zweite Dämmebene
Holzfaser 036, 60 mm WandDiffusionsoffene Holzfaser zwischen den Profilen, in der Decke 40 und in der Trennwand 100 Millimeter.
- 09
Tragende Innenschale
OSB 3, zweite LageDiese Lage trägt später jeden Hängeschrank - an jeder Stelle der Wand, nicht nur dort, wo ein Ständer sitzt.
- 10
Beplankung
Gipskarton imprägniert, 12,5 mmImprägnierte Bauplatten als letzte Lage vor der Oberfläche.
- 11
Spachteln und streichen
Fugenspachtel, InnenanstrichFugen spachteln, schleifen, streichen. Aus der Baustelle wird ein Raum.
- 12
Raumtrennung
CW 100, 100 mm HolzfaserDie Trennwand macht aus der Röhre einen Grundriss - Türblatt 1985 auf 890 Millimeter.
- 13
Boden, Bad und Technik
PUR/PIR, Flächenheizung, VinylGedämmter Bodenaufbau, Dünnbettheizung, Klick-Vinyl. Im Bad entstehen Rohinstallation und Anschlüsse.
- 14
Einbaumöbel
maßgefertigt nach CAD-PlanungDer letzte Blick in den offenen Kasten, bevor er sich schließt.
- 15
Fenster und Schiebefront
Ug 1,10, Badfenster 3-fachZur Terrasse hin öffnet eine raumhohe Glasfront über rund 2,70 Meter Breite, alle Elemente anthrazit.
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Lärchenholzfassade
Lärche, U-Profil 9,6 cmDie Außenhaut, Brett für Brett auf eine hinterlüftete Lattung.
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Gründach und Photovoltaik
Extensivbegrünung, PV optionalSubstrat und Sedum halten Regen zurück und kühlen im Sommer. Die Module kommen auf Wunsch dazu.
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Bezugsfertig
rund 16 cm WandaufbauAufgestellt, angeschlossen, übergeben - zu rund 90 Prozent gebaut in der eigenen Halle.
Die Etappen 1 bis 3 gehören zum Rohbau, 4 bis 9 zur Gebäudehülle, 10 bis 14 zum Innenausbau, 15 bis 18 zur Außenhaut und zur Übergabe. Die folgenden Abschnitte gehen diese vier Blöcke einzeln durch.
Vom Stahlkörper zum Rohbau
Öffnungen schneiden, Kanten schützen, Bolzen setzen: Nach drei Etappen ist aus dem geschlossenen Kasten ein Rohbau geworden.
Am Anfang steht ein fabrikneuer Stahlkörper aus Corten-Stahl. Neu deshalb, weil ein gebrauchter Seecontainer eine unbekannte Vorgeschichte mitbringt - Ladungsreste, Reparaturstellen, Verformungen. Für ein Gebäude, das Jahrzehnte stehen soll, ist das der falsche Startpunkt.
Danach fällt die erste unumkehrbare Entscheidung: Fenster und Türen werden aus der tragenden Wand geschnitten. Jede Öffnung schwächt die Struktur, deshalb wird sie mit Vierkantrohr ausgewechselt - ein Rahmen aus Stahl, der die Last um die Öffnung herumführt. Erst danach bekommen die blanken Schnittkanten ihren Korrosionsschutz.
Zum Schluss werden Bolzen auf die Stahlwand geschweißt. Sie sind unscheinbar und tragen später trotzdem alles: Traggerippe, beide Dämmebenen, Innenschale und Beplankung hängen an ihnen.

Erste Dämmebene und luftdichte Schicht
Polyurethan direkt auf den Stahl, darüber eine verklebte Plattenlage - erst zusammen ergibt das eine funktionierende Hülle.
Zwischen die Bolzen kommt Konstruktionsvollholz, getrennt vom Stahl durch ein Nageltrennband. Dann wird die erste Dämmebene direkt auf die Stahlwand gesprüht: 60 Millimeter Zwei-Komponenten-Polyurethan, das jede Fuge und jeden Hinterschnitt ausfüllt.
Der Punkt daran ist weniger der Dämmwert als die Lückenlosigkeit. Eine kalte Stahlwand mit einem Luftspalt davor ist die klassische Stelle, an der Feuchtigkeit ausfällt. Ein Schaum, der satt anliegt, lässt diesen Spalt gar nicht erst entstehen.
Darüber kommt die erste Lage Grobspanplatte, 12 Millimeter, jede Naht verklebt. Diese Ebene macht das Gebäude luftdicht - und Luftdichtheit ist die Voraussetzung dafür, dass Dämmung überhaupt rechnet. Warum bei einer Stahlkonstruktion am Ende die Details mehr entscheiden als die Zentimeter, steht ausführlich in Dämmung und Wärmeschutz im Modulbau.

Zweite Ebene: Leitungen und Holzfaser
Die Installationsebene hält Elektrik und Wasser aus der Dämmung heraus - und bringt gleichzeitig 60 Millimeter Holzfaser mit.
Vor die luftdichte Ebene setzen wir ein Ständerwerk aus Trockenbauprofilen, 50 Millimeter tief. Es hat zwei Aufgaben. Die erste ist banal und im Alltag entscheidend: Hier laufen Leitungen, Dosen und Anschlüsse. Ohne diese Ebene müsste jede Steckdose die Dämmung und im schlimmsten Fall die luftdichte Schicht durchstoßen.
Die zweite Aufgabe ist die Dämmung selbst. Zwischen die Profile kommt diffusionsoffene Holzfaser - 60 Millimeter in der Wand, 40 in der Decke, 100 in der Trennwand. Sie ergänzt den Polyurethanschaum nicht nur in der Stärke: Holzfaser speichert Wärme deutlich länger und verschiebt damit die sommerliche Hitze in den Abend. Was das für die Nutzung im Winter und im Hochsommer bedeutet, ordnet Ist ein Tiny House winterfest? ein.
Den Abschluss macht eine zweite Plattenlage. Sie ist der Grund, warum sich später an jeder beliebigen Stelle der Wand etwas befestigen lässt - vom Hängeschrank bis zur Wandhalterung - und nicht nur dort, wo zufällig ein Profil sitzt.

Aus dem Rohbau wird ein Raum
Beplanken, spachteln, streichen, trennen: vier Etappen, nach denen der Innenraum zum ersten Mal wie ein Zimmer aussieht.
Auf die tragende Innenschale kommen imprägnierte Gipskartonplatten mit 12,5 Millimetern. Dann wird gespachtelt, geschliffen und gestrichen - der Moment, in dem aus einer Baustelle ein Raum wird. In der Visualisierung ist das die Etappe, in der die Wände weiß werden und der Blick zum ersten Mal an Flächen hängen bleibt statt an Konstruktion.
Zuletzt kommt die Raumtrennung: ein Ständerwerk mit 100 Millimetern Holzfaser dazwischen, dazu ein Türblatt mit 1985 auf 890 Millimetern. Aus der langen Röhre wird damit ein Grundriss. Warum gerade dieser Schritt spät kommt, hat einen praktischen Grund: Solange der Raum offen ist, lassen sich Platten, Profile und Dämmung ohne Umwege einbringen.

Boden, Bad und Einbaumöbel
Der Bodenaufbau bekommt eine Dämmung aus PUR/PIR, darüber eine Dünnbettheizung und Klick-Vinyl in Eiche. Die Flächenheizung sitzt damit direkt unter dem Belag und reagiert schnell - eine Eigenschaft, die zu einem kompakten, gut gedämmten Gebäude passt. Welche Wärmeerzeuger dazu in Frage kommen, steht in Heizung und Haustechnik im Modulhaus.
Parallel entstehen die Anschlüsse im Bad und die maßgefertigten Einbaumöbel nach CAD-Planung. Beides wird eingebaut, solange der Kasten oben und zur Kamera hin noch offen ist - danach ginge nichts Sperriges mehr hinein.
Im gezeigten Projekt umfasst die Sanitärposition die Rohinstallation, den Waschtisch und die Anschlussarbeiten. Duschtasse, Abtrennung und WC plant und liefert der Sanitärfachbetrieb; Möbel und Ausstattung bringt der Bauherr ein. Gezeichnet sind sie trotzdem - ein leerer Raum lässt sich schlechter lesen als ein eingerichteter.
Die Hülle nach außen
Erst schließt sich der Kasten, dann kommen Glas, Lärche und Gründach von außen dazu.
Die Fenster kommen bewusst nach den Möbeln. Der Grund ist konstruktiv: Solange eine Wand fehlt, gibt es nichts, worin ein Rahmen sitzen könnte. Erst schließt sich das Modul, dann wird verglast. Zur Terrasse hin öffnet eine raumhohe Front über rund 2,70 Meter Breite, alle Profile anthrazit - innen wie außen.
Darüber kommt die Fassade: sägeraue Lärche als U-Profil mit 9,6 Zentimetern Deckbreite, montiert auf eine hinterlüftete Lattung. Der Luftraum dahinter ist kein Detail, sondern der Grund, warum Feuchtigkeit wieder abtrocknet, statt in der Konstruktion zu bleiben. Lärche ist dabei unbehandelt dauerhaft und vergraut mit der Zeit gleichmäßig.
Den Abschluss macht das Dach: extensive Begrünung mit Kiesrandstreifen, die Regenwasser zurückhält und im Sommer kühlt. Aufgeständerte Photovoltaikmodule sind eine Option und kein fester Bestandteil. Wie Aufbau, Statik und Pflege einer Dachbegrünung zusammenhängen, steht in Dachbegrünung auf dem Gartenhaus.

Bezugsfertig - und was auf dem Grundstück passiert
Was in Landsberg am Lech die Halle verlässt, ist zu rund 90 Prozent fertig. Auf dem Grundstück bleiben die Gründung, das Aufstellen und die Anschlüsse. In der Visualisierung ist das die letzte Etappe: Das Modul steht auf zwei Streifenfundamenten, die Terrasse liegt, die Tür ist offen.
Die drei Fragen, die davor zu klären sind, haben eigene Beiträge: Welche Fundamente braucht ein Modulhaus?, Wasser, Abwasser und Elektrik am Grundstück und Voraussetzungen für Zufahrt und Kranstellplatz. Was in der Halle organisatorisch passiert - Gewerke, Qualitätskontrollen, Zeitrahmen - beschreibt Wie funktioniert die Vorfertigung eines Modulhauses?.
Die Reihenfolge ist das eigentliche Bauwissen: Jede Lage setzt voraus, dass die darunter fertig und dicht ist. Deshalb lässt sich eine übersprungene Schicht später nicht nachrüsten, ohne die darüberliegenden wieder zu öffnen.
Sehen, was in der Wand steckt
Rund 16 Zentimeter Aufbau, zwei getrennte Dämmebenen, eine Installationsebene, die die Dämmung in Ruhe lässt, und eine tragende Innenschale, an der später überall etwas hält: Das ist der Unterschied zwischen einem ausgebauten Stahlkasten und einem Gebäude, das dauerhaft bewohnt wird.
Am schnellsten wird das beim Zusehen klar. Die interaktive Bauprozessvisualisierung zeigt alle Etappen in der Reihenfolge, in der wir sie bauen - mit Material, Stärke und einem kurzen Text zu jedem Schritt. Und wenn du eine Bauweise zunächst grundsätzlich einordnen willst, hilft Welche Bauweise passt zu meinem Projekt?.
Häufig gestellte Fragen
Wie dick ist die Wand eines Moduls von Contain-us?
Warum zwei Dämmebenen statt einer dicken?
Kann ich an den Innenwänden später etwas befestigen?
Gehören Bad, Küche und Möbel zum Lieferumfang?
Ist die Photovoltaik auf dem Dach immer dabei?
Wie viel entsteht in der Halle und wie viel vor Ort?
Passend dazu aus der Wissensbasis
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Die interaktive 3D-Ansicht zeigt alle 18 Etappen zum Mitscrollen - vom Rohbau bis zum bezugsfertigen Modul, mit Material und Stärke zu jedem Schritt.
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