Sind mehrstöckige Gebäude in Modulbauweise möglich?

Modulare Bauweise ist nicht auf eingeschossige Tiny Houses, Gartenbüros oder Saunen beschränkt. Auch mehrstöckige Gebäude können aus einzelnen Modulen entstehen. Dafür werden die Einheiten nicht nur nebeneinander angeordnet, sondern entsprechend der Planung übereinandergestapelt und konstruktiv miteinander verbunden.

Bei Contain-us können sowohl 20-Fuß- als auch 40-Fuß-Module für mehrgeschossige Projekte eingesetzt werden. Entscheidend ist nicht allein die Modulgröße, sondern das Zusammenspiel aus Statik, Fundamenten, Nutzung, Gebäudetechnik, Brand- und Schallschutz sowie den baurechtlichen Vorgaben.

Bei einer geeigneten Grundkonstruktion lassen sich in der Regel Gebäude mit ungefähr drei bis vier Geschossen planen. Ob diese Geschosszahl bei einem konkreten Projekt möglich ist, entscheiden jedoch immer die statische Berechnung, die architektonische Planung und die zuständigen Behörden. Welche Grundrisse dabei überhaupt entstehen können, zeigt der Beitrag Welche Größen und Grundrisse sind bei modularer Bauweise möglich?

Auf einen Blick

Auch mehrstöckige Gebäude können aus einzelnen Modulen entstehen. Dafür werden die Einheiten übereinandergestapelt und konstruktiv miteinander verbunden. Entscheidend ist nicht die Modulgröße, sondern das Zusammenspiel aus Statik, Fundamenten, Nutzung, Technik, Brand- und Schallschutz sowie Baurecht.

  • 0Geschosse als Orientierungswert
  • 0Modulgrößen lassen sich mischen
  • 0Punkte prüft der Statiker

Können Module übereinandergestapelt werden?

Kurz gesagt

Ja. Die tragende Stahlstruktur ist eine sehr gute Grundlage für mehrgeschossiges Bauen.

Sowohl 20-Fuß- als auch 40-Fuß-Module können übereinander angeordnet und mit benachbarten Einheiten verbunden werden.

Dabei werden die Module so positioniert, dass die Lasten möglichst direkt über die tragenden Eckstützen und weitere geplante Verstärkungen nach unten geführt werden. Anschließend werden die einzelnen Stahlkonstruktionen nach statischer Vorgabe miteinander verbunden.

Die Module müssen dabei nicht in jedem Geschoss identisch aufgeteilt sein. Trotzdem müssen alle Lastwege, Auflagepunkte und Aussteifungen technisch aufeinander abgestimmt werden.

Hausanbau 60 m² von Contain-us – der Anbau in der Dämmerung, die Fenster sind warm beleuchtet, auf der Terrasse steht eine Sitzgruppe
  • zwei übereinanderliegende Module
  • mehrere Module pro Geschoss
  • versetzte Geschosse
  • Kombinationen aus 20- und 40-Fuß-Modulen
  • separate Gebäudeflügel
  • innen oder außen angeordnete Treppenhäuser

Wie viele Geschosse sind möglich?

Kurz gesagt

Bei geeigneter Grundkonstruktion sprechen wir von ungefähr drei bis vier Geschossen - als Orientierungswert, nicht als Zusage.

Eine pauschale maximale Geschosszahl gibt es nicht. Sie richtet sich nach der Konstruktion, der Gebäudenutzung, dem Standort und den geltenden Vorschriften.

Auch der Architekt berücksichtigt die Gebäudeklasse, die geplante Nutzung und die baurechtlichen Anforderungen. Ein zweigeschossiges Wohnhaus wird deshalb anders geplant als ein mehrgeschossiges Bürogebäude, eine Schule oder eine gewerblich genutzte Anlage.

  • Eigengewicht der vollständig ausgebauten Module
  • Nutzlasten in den einzelnen Geschossen
  • Schnee- und Windlasten
  • Große Fenster- und Wandöffnungen
  • Mögliche Dachaufbauten
  • Die Verbindung der Module
  • Die Lastübertragung in die Fundamente

Welche Statik wird für ein mehrgeschossiges Modulgebäude benötigt?

Für ein mehrgeschossiges Gebäude ist eine projektbezogene statische Berechnung notwendig. Die vorhandene Stahlstruktur bildet dafür eine stabile Basis, muss aber auf den geplanten Grundriss und alle auftretenden Belastungen abgestimmt werden.

Besonders wichtig ist die durchgängige Lastabtragung. Die Kräfte aus den oberen Geschossen müssen sicher über Stützen, Rahmen und Verbindungspunkte bis in die Fundamente geleitet werden.

Werden Seitenwände für große offene Räume entfernt, entstehen breitere Spannweiten. Dann können zusätzliche Stahlrahmen, Träger oder Stützen erforderlich werden. Dasselbe gilt für große Glasfronten, weit auskragende Bereiche, schwere Dachaufbauten oder besondere Nutzlasten.

Welche Verstärkung erforderlich ist, wird vor Beginn der Fertigung mit dem Statiker und dem Architektenteam festgelegt - nicht während der Montage.

Welche Fundamente werden benötigt?

Bei größeren und mehrgeschossigen Modulbauten werden häufig mehrere Streifenfundamente vorgesehen. Sie nehmen die Lasten aus den tragenden Bereichen auf und leiten sie in den Boden weiter. Abhängig vom Projekt können auch Punktfundamente oder andere Gründungsvarianten sinnvoll sein.

Die Fundamentplanung wird deshalb nicht pauschal festgelegt. Architekt und Statiker bestimmen, welche Gründung für das jeweilige Gebäude notwendig ist.

  • Wie tragfähig ist der Baugrund?
  • Wo befinden sich die tragenden Stützen der Module?
  • Wie hoch sind Gebäude- und Nutzlasten?
  • Sind mehrere Module pro Geschoss vorgesehen?
  • Gibt es auskragende oder versetzte Gebäudebereiche?
  • Soll später ein weiteres Geschoss ergänzt werden?

Wie werden die Geschosse miteinander verbunden?

Nach der Lieferung setzt ein Autokran die Module millimetergenau auf die vorbereiteten Fundamente beziehungsweise auf die bereits aufgestellten Module. Die Stahlkonstruktionen werden anschließend entsprechend der statischen Planung verbunden.

Neben der tragenden Verbindung müssen auch die baulichen Übergänge fertiggestellt werden.

  • Abdichtung der Anschlussbereiche
  • Verbindung von Dach- und Fassadenflächen
  • Aufbau der Boden- und Deckenübergänge
  • Schließen der Innenwandanschlüsse
  • Schall- und Brandschutz an den Übergängen
  • Zusammenführen der Gebäudetechnik

Die Modulgrenzen sollen im späteren Innenraum möglichst nicht mehr als technische Trennung wahrgenommen werden.

Wie lassen sich Treppen integrieren?

Kurz gesagt

Genauso individuell wie bei einem Gebäude in Holzständer- oder Massivbauweise.

Eine Treppe kann innerhalb eines Moduls, zwischen zwei Modulen oder als eigener Erschließungsbereich angeordnet werden. Dafür werden die notwendigen Öffnungen in Boden und Decke bereits bei der Planung berücksichtigt und statisch eingefasst.

Welche Treppenform am besten passt, hängt von Grundriss, Platzbedarf, Nutzung und baurechtlichen Anforderungen ab. Bei öffentlich oder gewerblich genutzten Gebäuden spielen zusätzlich Fluchtwegbreiten, Geländer, Türsituationen und Barrierefreiheit eine Rolle.

  • Holztreppen
  • Stahltreppen
  • Kombinationen aus Holz und Stahl
  • gerade Treppen
  • gewendelte Treppen
  • Podesttreppen
  • separate Treppenhäuser

Was gilt beim Brandschutz?

Der Brandschutz wird für jedes mehrgeschossige Projekt entsprechend der Gebäudenutzung und den geltenden Anforderungen geplant.

Die von Contain-us eingesetzten Dämm- und Ausbausysteme verfügen über die erforderlichen Produktnachweise und Klassifizierungen. Die Nachweise zu den verwendeten Materialien können projektbezogen vorgelegt und in die Planung einbezogen werden.

Welche Anforderungen gelten, legt der zuständige Fachplaner beziehungsweise Brandschutzbeauftragte gemeinsam mit Architekt und Genehmigungsbehörde fest.

  • definierte Feuerwiderstände von Wänden und Decken
  • brandschutztechnisch ausgebildete Modulübergänge
  • geeignete Türen
  • notwendige Flucht- und Rettungswege
  • Brandabschnitte
  • Rauchwarn- oder Brandmeldeanlagen
  • Kennzeichnung von Rettungswegen

Wie wird der Schallschutz zwischen den Geschossen umgesetzt?

Bei mehrgeschossigen Gebäuden müssen sowohl Luftschall als auch Trittschall berücksichtigt werden. Geräusche aus einem oberen Geschoss sollen nicht ungefiltert in darunterliegende Räume übertragen werden.

Der genaue Aufbau von Boden und Decke richtet sich nach der Nutzung. Ein Wohnhaus benötigt andere Lösungen als eine Schule, ein Bürogebäude oder eine gewerbliche Anlage.

Mögliche Maßnahmen sind mehrschichtige Bodenaufbauten, geeignete Dämmstoffe, entkoppelte Bauteile und abgestimmte Deckenbekleidungen. Auch die Verbindungen zwischen den Stahlkonstruktionen und die Leitungsdurchführungen werden in das Schallschutzkonzept einbezogen.

Hausanbau 60 m² von Contain-us – Jugendzimmer mit Bett, Schreibtisch und weißem Kleiderschrank
Ein Kinderzimmer im Obergeschoss stellt andere Anforderungen als ein Büro

Wie funktionieren Flucht- und Rettungswege?

Flucht- und Rettungswege werden bereits während der Genehmigungs- und Ausführungsplanung festgelegt. Der Brandschutzplaner beziehungsweise Brandschutzbeauftragte prüft, wie Personen das Gebäude im Notfall sicher verlassen können.

Je nach Gebäudeklasse und Nutzung können ein oder mehrere Rettungswege notwendig sein. Dabei werden unter anderem Treppenhäuser, Ausgänge, Flure, Türen, Fenster und gegebenenfalls äußere Fluchttreppen berücksichtigt.

Bei gewerblich oder öffentlich genutzten Gebäuden können zusätzlich Beschilderungen, Sicherheitsbeleuchtung oder Brandmeldeeinrichtungen erforderlich werden.

Wie werden Wasser, Abwasser und Elektrik zwischen den Geschossen geführt?

Die Gebäudetechnik wird bereits bei der Planung auf die einzelnen Module und Geschosse aufgeteilt. Wasser-, Abwasser- und Elektroleitungen werden in den dafür vorgesehenen Installationsebenen und Schächten geführt.

Jedes Modul wird in der Fertigung so weit wie möglich vorbereitet. An den späteren Modulübergängen befinden sich definierte Schnittstellen. Nach dem Aufstellen werden die Leitungen mit den jeweils vorgesehenen und zugelassenen Verbindungsarten zusammengeführt.

Dadurch können große Teile der Installation bereits in der Fertigungshalle vorbereitet werden. Wie die Anschlüsse am Grundstück dazu passen, steht im Beitrag Wie werden Wasser, Abwasser und Elektrik am Grundstück vorbereitet?

Wohnbereich des Tiny House mit Sofa, Fernseher und Split-Klimaanlage

Kann später ein weiteres Geschoss ergänzt werden?

Grundsätzlich kann ein modulares Gebäude später aufgestockt werden. Besonders gut funktioniert das, wenn diese Möglichkeit bereits bei der ersten Planung berücksichtigt wurde. Dann können Statik, Fundamente, Anschlusspunkte, Treppen und Leitungswege von Anfang an dafür ausgelegt werden.

Soll ein Gebäude aufgestockt werden, obwohl dies ursprünglich nicht vorgesehen war, müssen zunächst die vorhandene Konstruktion und die Fundamente geprüft werden. Gegebenenfalls sind Verstärkungen oder zusätzliche Arbeiten am Bestand notwendig.

Eine Aufstockung ist ein eigenes Bauprojekt

Dachaufbau, Abdichtung, Fassade und Gebäudetechnik müssen vor Ort geöffnet und nach dem Aufsetzen der neuen Module wieder fachgerecht geschlossen werden. Dazu kommt eine neue statische, architektonische und genehmigungsrechtliche Prüfung.

Wie laufen Lieferung und Montage ab?

Die Module werden in der Fertigungshalle möglichst weit ausgebaut und anschließend zum Grundstück transportiert. Vor der Lieferung müssen Fundamente, Zufahrt, Stellfläche und Kranposition vorbereitet sein.

Am Liefertag hebt ein Autokran die Einheiten vom Lkw und setzt sie millimetergenau auf die vorbereiteten Fundamente oder auf die darunterliegenden Module. Die Reihenfolge der Anlieferung wird vorher festgelegt, damit das Gebäude Geschoss für Geschoss aufgebaut werden kann.

Wie lange die Arbeiten vor Ort dauern, hängt von Größe, Anzahl der Module und Komplexität des Gebäudes ab. Durch die weitgehende Vorfertigung bleibt die eigentliche Baustellenzeit jedoch deutlich kürzer als bei einer vollständig vor Ort errichteten Konstruktion.

Welche Projekte eignen sich für mehrgeschossige Modulbauweise?

Kurz gesagt

Besonders interessant, wenn auf begrenzter Grundstücksfläche viel nutzbarer Raum entstehen soll.

Durch die Kombination unterschiedlicher Modulgrößen können die Geschosse individuell aufgeteilt werden. Offene Bereiche, einzelne Zimmer, Treppenhäuser und technische Räume lassen sich dabei auf die jeweilige Nutzung abstimmen.

Hausanbau 60 m² von Contain-us – der beleuchtete Anbau bei Nacht, Licht fällt aus den Fenstern auf die Terrasse

Fazit: Mehrgeschossiger Modulbau verbindet Höhe mit Flexibilität

Mehrstöckige Gebäude sind in modularer Bauweise grundsätzlich möglich. Sowohl 20-Fuß- als auch 40-Fuß-Module können gestapelt, nebeneinandergestellt und zu einem zusammenhängenden Gebäude verbunden werden.

Bei einer geeigneten Grundkonstruktion können Projekte mit ungefähr drei bis vier Geschossen realisiert werden. Die tatsächlich mögliche Geschosszahl hängt jedoch immer von Statik, Fundamenten, Nutzung, Brandschutz, Schallschutz und Baurecht ab.

Der wichtigste Erfolgsfaktor ist eine frühe Abstimmung zwischen Kunde, Architekt, Statiker, Fachplanern und Fertigung. So entsteht aus einzelnen Modulen ein dauerhaftes, individuelles und vollwertiges Gebäude.

Häufig gestellte Fragen

Können 20-Fuß- und 40-Fuß-Module übereinandergestapelt werden?
Ja. Beide Modulgrößen können für mehrgeschossige Gebäude verwendet werden. Die genaue Anordnung und Verbindung wird statisch geplant.
Wie viele Geschosse sind bei Contain-us möglich?
Bei einer geeigneten Grundkonstruktion sind ungefähr drei bis vier Geschosse ein realistischer Orientierungsbereich. Die verbindliche Geschosszahl ergibt sich aus der Projektstatik und den baurechtlichen Vorgaben.
Sind normale Treppen möglich?
Ja. Holz-, Stahl- und Kombinationstreppen können individuell integriert werden. Auch ein separates Treppenhaus ist möglich.
Benötigt ein mehrgeschossiges Modulgebäude besondere Fundamente?
Die Fundamente werden passend zu Baugrund, Gebäudegewicht und Lastverteilung geplant. Bei größeren Projekten werden häufig mehrere Streifenfundamente eingesetzt.
Kann später ein weiteres Geschoss ergänzt werden?
Grundsätzlich ja. Statik, Fundamente, Genehmigung und Bestand müssen zuvor geprüft werden. Am einfachsten ist eine Aufstockung, wenn sie bereits bei der ursprünglichen Planung berücksichtigt wurde.

Passend dazu aus der Wissensbasis

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