Ein entscheidender Vorteil der modularen Bauweise ist ihre langfristige Flexibilität. Ein Modulhaus muss nicht zwangsläufig in seiner ursprünglichen Größe und für immer am ersten Standort bleiben. Je nach Konstruktion kann es seitlich erweitert, um ein zusätzliches Geschoss ergänzt oder an einen anderen Standort versetzt werden.
Bei Contain-us werden die einzelnen Raumeinheiten auf tragenden Stahlkonstruktionen aufgebaut. Mehrere Module können miteinander verbunden und bei Bedarf grundsätzlich wieder getrennt werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, ein Gebäude an veränderte Lebenssituationen, einen wachsenden Platzbedarf oder einen neuen Standort anzupassen.
Wie einfach eine Erweiterung oder Versetzung umgesetzt werden kann, hängt allerdings davon ab, wie das Gebäude ursprünglich geplant wurde. Anzahl und Anordnung der Module, Leitungsführung, Dachaufbau, Fassade, Fundamente und Genehmigung müssen immer gemeinsam betrachtet werden.
Mehrere Module können miteinander verbunden und bei Bedarf grundsätzlich wieder getrennt werden. Wie einfach das gelingt, hängt davon ab, wie das Gebäude ursprünglich geplant wurde - Leitungsführung, Dachaufbau, Fassade, Fundamente und Genehmigung gehören alle dazu.
- 0Richtungen: seitlich, in der Länge, nach oben
- 0WochenOrientierungswert für eine Versetzung
- 0Punkte gehören in die erste Planung
Wie kann ein bestehendes Modulhaus erweitert werden?
Seitlich, in der Länge oder nach oben - mit mindestens einem zusätzlichen Modul.
Bei einer seitlichen Erweiterung wird an der vorgesehenen Übergangsstelle ein neuer Durchgang geschaffen. Die betroffenen Wandbereiche der Stahlkonstruktion werden fachgerecht geöffnet. Abhängig von Größe und Position der Öffnung können zusätzliche Stahlrahmen, Träger oder Stützen erforderlich sein.
Danach wird das neue Modul auf den vorbereiteten Fundamenten platziert, exakt ausgerichtet und entsprechend der statischen Planung mit dem Bestand verbunden.
Eine Erweiterung nach oben funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. Das zusätzliche Modul wird mit einem Autokran auf das vorhandene Gebäude gesetzt. Zuvor muss geprüft werden, ob Stahlkonstruktion und Fundamente die zusätzlichen Lasten aufnehmen können - mehr dazu unter Sind mehrstöckige Gebäude in Modulbauweise möglich?

Was sollte bereits bei der ersten Planung berücksichtigt werden?
In einer Wand, die später geöffnet werden soll, sollten möglichst keine Leitungen verlaufen.
Eine spätere Erweiterung wird deutlich einfacher, wenn sie schon bei der ursprünglichen Planung vorgesehen wird. Dabei können mögliche Anbauflächen, spätere Durchgänge, Fundamentbereiche und technische Anschlüsse frühzeitig berücksichtigt werden.
Auch bei einer geplanten Aufstockung muss das Dach entsprechend vorbereitet werden. Eine Dachbegrünung, Dachterrasse, Photovoltaikanlage oder ein anderer dauerhafter Dachaufbau müsste für die Erweiterung zunächst entfernt und später angepasst oder neu aufgebaut werden.
- Mögliche Position des neuen Moduls
- Spätere Tür- und Wandöffnungen
- Statische Reserven der Stahlkonstruktion
- Tragfähigkeit der ursprünglichen Fundamente
- Erweiterung von Wasser, Abwasser und Elektrik
- Anpassung von Dachentwässerung und Fassade
- Zufahrt und Kranstellplatz
- Mögliche Genehmigungsanforderungen
Diese Vorbereitung reduziert spätere Planungs- und Umbauarbeiten und kann dadurch Zeit und Kosten sparen.
Welche Fundamente werden für eine Erweiterung benötigt?
Für ein zusätzliches Modul werden in der Regel neue Fundamente benötigt. Bei Contain-us kommen häufig Punkt- oder Streifenfundamente zum Einsatz. Sie müssen so angeordnet und nivelliert werden, dass das zusätzliche Modul exakt an das vorhandene Gebäude anschließt.
Bei einer Aufstockung entstehen möglicherweise keine neuen Auflagepunkte neben dem Gebäude. Trotzdem muss geprüft werden, ob die vorhandenen Fundamente und die darunterliegende Konstruktion für das zusätzliche Geschoss ausreichend dimensioniert sind.
Die endgültige Fundamentlösung wird deshalb immer gemeinsam mit Statiker und Planer festgelegt.
Wie entsteht ein neuer Durchgang zwischen Bestand und Erweiterung?
Zunächst wird festgelegt, an welcher Stelle und in welcher Größe der neue Durchgang entstehen soll. Anschließend werden Fassade, Wandaufbau und die betroffenen Bereiche der Stahlkonstruktion fachgerecht geöffnet.
Tragende Stahlteile dürfen nicht unkontrolliert entfernt werden. Wenn für eine größere Öffnung Bereiche der Konstruktion angepasst werden müssen, wird die Lastabtragung durch geeignete Stahlrahmen oder Verstärkungen sichergestellt.
- Verbindung und Verstärkung der Stahlkonstruktionen
- Spenglerarbeiten an Dach und äußeren Übergängen
- Abdichtung gegen Feuchtigkeit und Zugluft
- Anpassung von Dämmung und Installationsebene
- Schließen der Boden-, Wand- und Deckenübergänge
- Spachtel- und Malerarbeiten
- Anpassungen an Fassade und Innenausbau
Ziel ist ein nahtloser Übergang, bei dem im fertigen Innenraum möglichst nicht mehr erkennbar ist, wo das ursprüngliche Gebäude endet und die Erweiterung beginnt.
Müssen Fassade, Dach und Anschlüsse angepasst werden?
Ja. Eine Erweiterung betrifft nicht nur die Stahlkonstruktion, sondern auch die gesamte Gebäudehülle und Gebäudetechnik.
Die vorhandene Fassade wird im Anschlussbereich geöffnet, gekürzt oder erweitert. Nach der Montage des zusätzlichen Moduls wird sie so ergänzt, dass ein einheitliches Gesamtbild entsteht.
Auch die Dachkonstruktion muss angepasst werden. Dachabdichtung und Entwässerung müssen über den neuen Gebäudeteil weitergeführt oder neu geplant werden. Wasser-, Abwasser-, Heizungs- und Elektroleitungen werden ebenfalls erweitert.

Kann ein komplettes Modulhaus an einen anderen Standort versetzt werden?
Grundsätzlich ja - mehrteilige Gebäude werden dafür wieder in einzelne transportfähige Einheiten getrennt.
Ein Gebäude aus nur einem transportfähigen Modul kann je nach Ausführung als vollständige Einheit angehoben und zum neuen Standort gebracht werden. Besteht das Gebäude aus mehreren miteinander verbundenen Modulen, werden diese vor dem Transport wieder getrennt.
Das komplette Gebäude wird also nicht zwangsläufig in einem Stück transportiert. Stattdessen werden die einzelnen Module nacheinander abgebaut, auf Lkw-Chassis verladen und am neuen Standort erneut zusammengesetzt.
Wie aufwendig die Versetzung ist, hängt von Größe, Anzahl der Module, Geschosszahl, Ausbau und ursprünglicher Planung ab.
Wie werden mehrere verbundene Module wieder getrennt?
Der Abbau erfolgt im Wesentlichen in umgekehrter Reihenfolge zur ursprünglichen Montage. Zuerst werden die Innen- und Außenübergänge zugänglich gemacht. Verschraubungen werden gelöst und projektabhängig vorhandene Schweißverbindungen kontrolliert getrennt.
Fassadenbereiche, Dachanschlüsse, Bodenübergänge und Innenwandanschlüsse werden soweit geöffnet, dass die einzelnen Module wieder unabhängig voneinander angehoben werden können.
Vor dem Trennen prüft das Montageteam, ob alle Module für den Kranhub ausreichend stabil sind. Falls notwendig, werden zeitweise Verstärkungen, Transportsicherungen oder Schutzmaßnahmen eingebaut.
Was passiert mit Wasser, Abwasser und Elektrik?
Vor dem Abbau müssen sämtliche Versorgungsleitungen sicher außer Betrieb genommen und getrennt werden. Wasserführende Leitungen und Anlagenteile werden je nach System entleert oder abgepumpt.
Die Stromversorgung wird durch eine Elektrofachkraft abgeschaltet und fachgerecht getrennt. Auch weitere Anschlüsse wie Heizung, Lüftung, Internet oder Photovoltaik müssen berücksichtigt werden.
Nach dem Transport werden die Schnittstellen am neuen Standort wieder verbunden, geprüft und in Betrieb genommen. Elektrik- und Sanitärarbeiten werden dabei von den zuständigen Fachbetrieben ausgeführt.
Welche Vorbereitungen benötigt der neue Standort?
Fundamente und Auflagepunkte müssen millimetergenau zur Konstruktion passen.
Bevor das Modulhaus transportiert wird, muss der neue Standort vollständig vorbereitet sein. Zufahrt und Stellflächen müssen ausreichend befestigt und verdichtet sein, damit Lkw und Autokran sicher rangieren und sich standsicher aufstellen können.
Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, kann die Montage beziehungsweise Demontage nicht sicher durchgeführt werden.
- Passende Punkt- oder Streifenfundamente
- Vorbereitete Anschlusspunkte für Wasser und Abwasser
- Ausreichende Stromversorgung
- Geeignete Zufahrt für die Transportfahrzeuge
- Belastbarer und ausreichend großer Kranstellplatz
- Genügend Freiraum für den Kranhub
- Abgestimmte Reihenfolge für Anlieferung und Montage
Wird für die Versetzung eine neue Baugenehmigung benötigt?
Der neue Standort muss unabhängig vom bisherigen Standort baurechtlich geprüft werden. Je nach Bundesland, Kommune, Größe und Nutzung kann für die Versetzung oder Erweiterung eine neue Genehmigung beziehungsweise ein neues Genehmigungsverfahren erforderlich sein.
Vorhandene Planunterlagen, Statiknachweise und technische Angaben aus der ursprünglichen Baugenehmigung können für die neue Planung erneut verwendet werden. Dadurch müssen viele Gebäudedaten nicht vollständig neu aufgenommen werden.
Bebauungsplan, Abstandsflächen, Erschließung, Baugrund, Nutzungsart und örtliche Vorgaben müssen erneut berücksichtigt werden. Contain-us empfiehlt deshalb, vor einer Erweiterung oder Versetzung frühzeitig mit Architekt und zuständigem Bauamt abzustimmen, welche Unterlagen benötigt werden.
Können Möbel, Küche und Bad im Modul bleiben?
Fest mit dem Modul verbundene Einbauten können je nach Ausführung häufig im Gebäude bleiben. Dazu können Einbauküchen, fest montierte Schränke, Sanitärobjekte und weitere Einbaumöbel gehören.
Vor dem Transport muss jedoch geprüft werden, ob alle Bauteile ausreichend befestigt sind und die Belastungen beim Anheben und während der Fahrt sicher aufnehmen können.
Lose Möbel, Dekoration, Elektrogeräte und andere bewegliche Gegenstände müssen entfernt oder separat transportsicher verpackt werden. Empfindliche Türen, Schubladen und Einbauten werden zusätzlich gesichert.

Welche Voraussetzungen gelten für Zufahrt und Kranstellplatz?
Transportfahrzeuge und Autokran benötigen ausreichend Platz und einen tragfähigen Untergrund. Die Zufahrt muss hinsichtlich Breite, Höhe, Kurvenradien und Belastbarkeit geeignet sein.
Der Kranstellplatz muss eben, ausreichend groß und so verdichtet sein, dass der Kran sicher abgestützt werden kann. Zusätzlich muss geprüft werden, ob die Ausladung des Krans ausreicht. Die Anforderungen im Detail stehen unter Zufahrt und Kranstellplatz.
Ohne eine sichere Zufahrts- und Kransituation ist eine Versetzung oder Erweiterung nicht möglich.
Kann ein Modulhaus bei einem privaten oder gewerblichen Umzug mitgenommen werden?
Ja. Sowohl privat als auch gewerblich genutzte Modulgebäude können grundsätzlich an einen neuen Standort gebracht werden.
Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn ein Unternehmen den Standort wechselt, ein Büro an einem anderen Ort benötigt wird oder Eigentümer ihr Tiny House beziehungsweise ihren zusätzlichen Wohnraum mitnehmen möchten.
Auch hierbei gilt: Der neue Standort muss vorbereitet, statisch geeignet und baurechtlich zulässig sein. Das Gebäude selbst bleibt weitgehend erhalten, wird aber am neuen Ort erneut aufgestellt, angeschlossen und abgenommen.
Welche Modulhäuser lassen sich nur mit höherem Aufwand versetzen?
Je größer und komplexer ein Gebäude ist, desto aufwendiger wird die Versetzung. Auch solche Gebäude können häufig versetzt werden - Planung, Demontage, Transport und Wiederaufbau benötigen dann jedoch mehr Zeit und zusätzliche technische Maßnahmen.
- Eine große Anzahl miteinander verbundener Module
- Mehrere Geschosse
- Weit geöffnete Seitenwände
- Umfangreiche Fassaden- und Dachübergänge
- Dachbegrünung, Dachterrassen oder Photovoltaikanlagen
- Viele technische Schnittstellen
- Fest angebaute Terrassen oder Überdachungen
- Schwer zugängliche Grundstücke
Fazit: Modulare Gebäude können mit dem Bedarf mitwachsen
Ein Modulhaus kann seitlich erweitert, aufgestockt oder an einen neuen Standort versetzt werden. Einzelne Module lassen sich miteinander verbinden und grundsätzlich wieder in transportfähige Einheiten trennen.
Am einfachsten und wirtschaftlichsten ist dieser Prozess, wenn die spätere Veränderung bereits in der ursprünglichen Planung berücksichtigt wurde. Freigehaltene Übergangswände, statische Reserven und vorbereitete Anschlüsse reduzieren den späteren Aufwand.
So bleibt ein modular gebautes Gebäude anpassbar - auch wenn sich Grundstück, Nutzung oder Platzbedarf im Laufe der Jahre verändern.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein bestehendes Modulhaus seitlich erweitert werden?
Kann ein weiteres Geschoss ergänzt werden?
Kann ein Modulhaus vollständig umziehen?
Wie lange dauert eine Versetzung?
Können Küche und Bad im Modul bleiben?
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