Ein Modulhaus wird in der Fertigung bereits weitgehend mit Wasser-, Abwasser- und Elektroinstallationen ausgestattet. Am Grundstück müssen deshalb keine vollständigen Installationen neu entstehen, sondern vorbereitete Leitungen an klar definierten Übergabepunkten mit dem Modul verbunden werden.
Die genaue Position dieser Schnittstellen wird bei Contain-us während der Grundriss- und Technikplanung festgelegt. Ziel sind kurze Leitungswege, gute Zugänglichkeit und möglichst wenige Arbeiten nach der Aufstellung.
Was in der Halle alles vorbereitet wird, zeigen wir im Beitrag Wie funktioniert die Vorfertigung eines Modulhauses?
Ein Modulhaus wird in der Fertigung bereits weitgehend mit Wasser-, Abwasser- und Elektroinstallationen ausgestattet. Am Grundstück entstehen deshalb keine vollständigen Installationen neu - dort werden vorbereitete Leitungen an definierten Übergabepunkten verbunden.
- 0Medien werden gebündelt geführt
- 0%Gefälle als Orientierungsbereich
- 0eigener Sicherungskasten je Modul
Wo befinden sich die Übergabepunkte am Modul?
Weitgehend frei planbar - besonders sinnvoll in der Nähe von Bad, Küche oder Technikbereich.
Die Übergabepunkte können im Rahmen der technischen Möglichkeiten weitgehend frei geplant werden.
Wasser, Abwasser und Elektro werden möglichst gebündelt an einer gut zugänglichen Stelle aus dem Modul geführt. Trotzdem benötigen die unterschiedlichen Medien eigene fachgerechte Leitungen, Abstände und Anschlüsse.
Bei mehreren Modulen werden zusätzlich interne Schnittstellen vorgesehen, die nach dem Aufstellen miteinander verbunden werden.

Wer legt die genaue Position fest?
Contain-us stimmt die Schnittstellen mit Kunde, Sanitärbetrieb, Elektriker und gegebenenfalls Architekt ab. Danach können die Erdarbeiten auf dem Grundstück maßgenau ausgeführt werden.
- Grundriss und Sanitärobjekte
- Küche und Hauswirtschaftsbereich
- Vorhandene Grundstücksleitungen
- Fundamentplan
- Gefälle der Abwasserleitung
- Gewünschter Sicherungskasten
- Zugänglichkeit für Wartung
Wie wird Frischwasser zum Modul geführt?
Die Frischwasserleitung wird vom vorhandenen Gebäudeanschluss oder von einem neuen Grundstücksanschluss zum geplanten Übergabepunkt geführt.
Dimensionierung, Material, Druck, Absperrung und Frostschutz werden durch den zuständigen Sanitärfachbetrieb festgelegt. Vor Inbetriebnahme muss die Leitung fachgerecht gespült, geprüft und angeschlossen werden.
Bei einem Hausanbau kann die Versorgung häufig aus dem Bestandsgebäude übernommen werden. Ein freistehendes Modulhaus erhält eine entsprechend neu geplante Zuleitung.
Wie wird das Abwasser angeschlossen?
Das Abwasser wird über eine geeignete Grundleitung zum Grundstückskanal beziehungsweise zur genehmigten Entwässerungsanlage geführt. Die genaue Ausführung wird vom Sanitär- beziehungsweise Entwässerungsplaner festgelegt.
- Ausreichender Durchmesser
- Fachgerechte Rohrverbindungen
- Passende Entlüftung
- Reinigungs- und Kontrollmöglichkeiten
- Schutz gegen Frost und Beschädigung
- Das hydraulisch erforderliche Gefälle
Welches Gefälle benötigt die Abwasserleitung?
Contain-us plant Grundstücksleitungen häufig mit ungefähr ein bis zwei Prozent Gefälle - als Orientierung, nicht als Vorgabe.
Dieser Wert gilt, sofern Höhenlage, Leitungslänge und Dimension das zulassen. Er ist ein praxisnaher Orientierungsbereich, aber keine universelle Vorgabe für jede Leitung.
Nach den einschlägigen Entwässerungsregeln müssen Leitungen hydraulisch bemessen werden. Für bestimmte Sammelleitungen werden andere Mindestwerte verwendet.
Zu starkes oder zu geringes Gefälle kann die Selbstreinigung beeinträchtigen. Die endgültige Festlegung erfolgt deshalb durch den zuständigen Fachplaner.
Was passiert, wenn der Kanal höher liegt als das Modul?
Kann das Abwasser nicht im freien Gefälle zum Kanal fließen, gibt es grundsätzlich diese zwei Möglichkeiten. Welche Lösung sinnvoller ist, hängt von Höhen, Nutzung, Leitungslänge, Rückstauebene und Wartungsaufwand ab.
Modul höher setzen
- Das Modul beziehungsweise der Entwässerungspunkt wird ausreichend höher gesetzt
- Das Abwasser fließt im freien Gefälle zum Kanal
- Keine Technik, kein Strom, keine Wartung
Hebeanlage einsetzen
- Eine Pumpstation fördert das Abwasser auf das nötige Niveau
- Auch möglich, wenn Gegenstände unter der Rückstauebene liegen
- Braucht Wartungszugang, Entlüftung und Stromversorgung
Ist eine Hebeanlage möglich?
Ja. Eine Hebeanlage kann eingesetzt werden, wenn kein ausreichendes natürliches Gefälle vorhanden ist oder Entwässerungsgegenstände unterhalb der maßgebenden Rückstauebene liegen.
Die Anlage sammelt das Abwasser und pumpt es über eine Druckleitung auf ein höheres Niveau. Planung und Bemessung richten sich nach Abwasserart, Zuflussmenge und den einschlägigen Normen.
Bei fäkalienhaltigem und fäkalienfreiem Abwasser werden unterschiedliche Anlagentypen verwendet. Zusätzlich müssen Wartungszugang, Entlüftung, Stromversorgung und Rückstauschutz berücksichtigt werden.
Wie wird der Stromanschluss vorbereitet?
Der erforderliche Anschlusswert hängt von der Ausstattung ab - große Verbraucher entscheiden über Drehstrom.
Das Modul erhält eine ausreichend dimensionierte Zuleitung vom Hausanschluss beziehungsweise vom vorgesehenen Netzanschlusspunkt.
Ob ein Drehstromanschluss benötigt wird, entscheidet der Elektroplan anhand der tatsächlichen Verbraucher.

- Elektrische Heizung oder Wärmepumpe
- Durchlauferhitzer
- Saunaofen
- Kochfeld
- Lüftungs- und Klimatechnik
- Wallbox oder weitere Sonderausstattung
Benötigt das Modul einen eigenen Sicherungskasten?
Ja. Contain-us stattet die Module mit einem eigenen, auf die geplante Elektroanlage abgestimmten Verteiler beziehungsweise Sicherungskasten aus. Dort befinden sich die erforderlichen Schutz- und Schaltgeräte.
Bei der Aufstellung wird die vorbereitete Hauptzuleitung fachgerecht angeschlossen und die Anlage geprüft.
Bei einem Hausanbau wird zusätzlich abgestimmt, wie die neue Verteilung in die bestehende elektrische Anlage eingebunden wird.
Wie werden Internet und Datenleitungen vorbereitet?
Internet kann aus einem bestehenden Gebäude weitergeführt oder über einen neuen Telekommunikationsanschluss bereitgestellt werden.
Leerrohre sollten möglichst zusammen mit den übrigen Erdarbeiten vorgesehen werden. Strom- und Datenleitungen werden dabei entsprechend den technischen Anforderungen getrennt beziehungsweise geschützt geführt.
- fest verlegte Netzwerkkabel
- Glasfaser- oder Telekommunikationsleitung
- Verbindung zum Router im Bestand
- WLAN-Richtfunk beziehungsweise Mesh-Lösung
- oder Mobilfunk
Können Leitungen durch Punkt- oder Streifenfundamente geführt werden?
Ungeplante Bohrungen durch tragende Fundamentkörper sind nicht zulässig.
Bei Contain-us werden Leitungen grundsätzlich so geplant, dass sie zwischen beziehungsweise außerhalb der tragenden Fundamentkörper verlaufen.
Ungeplante Bohrungen durch Punkt- oder Streifenfundamente sind nicht zulässig, weil sie die Tragwirkung und Bewehrung beeinträchtigen können.
Soll eine Durchführung konstruktiv notwendig sein, muss sie bereits im Fundamentplan mit geeigneter Aussparung oder Hülse vorgesehen und statisch abgestimmt werden. Wie so ein Plan entsteht, steht im Beitrag Wer plant und erstellt die Fundamente?
Wann werden die Leitungen verlegt?
Die Grundstücksleitungen werden idealerweise zusammen mit Fundament- und Erdarbeiten hergestellt. So können Gräben, Höhen und Übergabepunkte in einem Arbeitsgang koordiniert werden.
Nach der Aufstellung erfolgen die endgültigen Verbindungen.
- Leitungsenden liegen an der richtigen Position
- Ausreichend lang und zugänglich
- Gegen Schmutz und Wasser verschlossen
- Eindeutig gekennzeichnet
- Geprüft und dokumentiert
Wer führt die endgültigen Anschlüsse aus?
Wasser- und Abwasseranschlüsse werden durch den zuständigen Sanitärfachbetrieb hergestellt. Die elektrische Verbindung und Prüfung übernimmt eine Elektrofachkraft.
Contain-us arbeitet dafür mit Partnerbetrieben zusammen, die sowohl die vorbereiteten Installationen im Modul als auch die Schnittstellen vor Ort kennen. Alternativ können nach vorheriger Abstimmung geeignete regionale Fachbetriebe eingesetzt werden.
Eigenleistungen des Kunden müssen vorab vereinbart werden. Sicherheitsrelevante Anschluss-, Prüf- und Inbetriebnahmearbeiten bleiben den qualifizierten Fachbetrieben vorbehalten.
Können Anschlüsse später verändert werden?
Grundsätzlich ja. Zusätzliche Leitungen oder ein geänderter Übergabepunkt verursachen nach Fertigstellung jedoch mehr Aufwand.
Fundamente, Bodenaufbau, Dämmung und Innenausbau können geöffnet werden müssen.

Deshalb sollten Küche, Bad, Heizung, Sauna und spätere Erweiterungswünsche möglichst vor der Fertigung feststehen.
Fazit: Anschlüsse werden vor der Lieferung mitgeplant
Wasser, Abwasser, Elektrik und Daten werden nicht erst am Liefertag improvisiert. Die Übergabepunkte entstehen gemeinsam mit Grundriss, Fundamentplan und vorhandener Grundstückserschließung.
Abwasser wird nach fachlicher Bemessung mit geeignetem Gefälle geführt. Liegt der Kanal ungünstig, können eine höhere Aufstellung oder eine Hebeanlage die Lösung sein. Jedes Modul erhält eine auf die Ausstattung abgestimmte Elektroverteilung.
Deutsches Institut für Normung, Auslegungen zu DIN 1986-100 zur hydraulischen Bemessung und zu Abwasserhebeanlagen.
Häufig gestellte Fragen
Welches Gefälle braucht die Abwasserleitung?
Was tun, wenn der Kanal höher liegt als das Modul?
Hat jedes Modul einen eigenen Sicherungskasten?
Dürfen Leitungen durch die Fundamente geführt werden?
Kann ich einen Anschluss später noch ändern?
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