Fünfzehn Quadratmeter, dreigeteilt — jedes Möbel für den Grundriss entworfen

15 Quadratmeter, aufgeteilt auf drei Räume: ein Bad von etwa 2,5 Quadratmetern, ein Wohn- und Esszimmer derselben Größe und ein kombinierter Schlaf- und Küchenbereich von neun bis zehn Quadratmetern. Das Projekt zeigt, wie weit sich ein 20-Fuß-Seecontainer ausreizen lässt, wenn jedes Möbel für den Grundriss entworfen wird statt umgekehrt.

Tiny House 15 m² von CONTAIN-US – Bild 3

Schlafbereich und Stauraum

Das Bett misst 1,40 auf 2,00 Meter und ist passgenau an den Container angepasst — es füllt die Breite vollständig aus, sodass an den Seiten keine toten Zentimeter entstehen. Darunter liegt zusätzlicher Stauraum, über eine kleine Klappe zugänglich; damit wird das Volumen unter der Matratze zum vollwertigen Schrank, ohne dass Stellfläche verloren geht. Die Kleiderschränke sind ebenfalls in den Schlaf- und Küchenbereich integriert, statt als freistehende Möbel Fläche zu belegen. In der Summe ersetzt der eingebaute Stauraum das, was in einer normalen Wohnung ein eigener Abstellraum leistet.

Tiny House 15 m² von CONTAIN-US – Bild 4

Küche als Raumteiler

Die Küche ist L-förmig angeordnet und trennt den Küchenbereich vom Bett ab — eine Kücheninsel wäre bei dieser Grundfläche nicht sinnvoll, weil sie auf allen vier Seiten Bewegungsfläche verlangt. Die Trennung übernimmt ein individuell geplanter Schrank, in den ein kleiner Tisch integriert ist: Er lässt sich wahlweise zum Bett oder zur Küche hin ausziehen und bedient damit zwei Räume mit einem Möbel. Zur Ausstattung gehören Waschbecken, Spülmaschine, Kühlschrank und Oberschränke mit integrierter LED-Beleuchtung der Arbeitsplatte. Das Licht sitzt dort, wo gearbeitet wird, und macht eine zusätzliche Deckenleuchte über der Küchenzeile überflüssig.

Badezimmer in Mikrozement

Das Bad besitzt eine Toilette mit Vorsatzschale, ein kleines Steinwaschbecken und eine Regendusche von 90 auf 90 Zentimetern mit zwei klappbaren Glastüren und einer in den Boden integrierten Ablaufwanne. Die klappbaren Türen sind der Grund, warum die Dusche auf 2,5 Quadratmetern funktioniert: Sie brauchen im geöffneten Zustand keine Schwenkfläche. Alle Oberflächen wurden in Spachteltechnik mit Mikrozement ausgeführt, nicht in üblicher Gipskartonbauweise — die Flächen bleiben fugenlos, sind unempfindlicher gegen Feuchtigkeit und lassen den kleinen Raum ruhiger wirken, weil kein Fugenraster die Fläche zerteilt. Über der Dusche sitzt eine quadratische, in die Decke eingelassene LED-Leuchte, dazu kommt eine Hängelampe.

Wohnen, Arbeiten und Kino

Das Wohnzimmer vereint Arbeits- und Essecke. Ein Klapptisch dient zugleich als Rückenlehne für das Sofa — auch hier übernimmt ein Bauteil zwei Aufgaben, statt zweimal Fläche zu belegen. Ergänzt wird der Raum um eine kleine Garderobe und eine Kommode. An der Decke sind Leinwand und ein kompakter Beamer vorgesehen, bedienbar vom Sofa aus; Sicherungskasten und Beamer-Elektrik verschwinden unter der Sofabank. Damit bleibt auf 2,5 Quadratmetern ein Raum, der tagsüber als Arbeitsplatz und Esszimmer und abends als Kino funktioniert.

Fenster, Fassade und Dach

Die Schiebefront misst 2,20 auf 2,50 Meter, dazu kommen weitere große Fenster. Die Fensterkästen sind aus Lärchenholz gefertigt und setzen das Material der Außenhülle in den Laibungen fort. Die Fassade besteht aus vertikal angeordneten Nut- und Federbrettern aus Fichtenholz mit Vergrauung — eine Vorvergrauung nimmt den Farbton vorweg, den unbehandeltes Holz nach einigen Jahren Bewitterung ohnehin annimmt, und vermeidet dabei die fleckige Übergangsphase. Das Dach ist begrünt und puffert damit Regenwasser sowie sommerliche Wärme ab.

Aussenansicht mit vergrauter Fichtenfassade aus vertikalen Nut- und Federbrettern

Technik und Lichtsteuerung

Ein dezentrales Lüftungssystem sorgt für den Luftwechsel, eine Split-Klimaanlage heizt auf bis zu 28 und kühlt auf bis zu 16 Grad Celsius. Damit deckt ein einziges Gerät den kompletten Jahresverlauf ab; ein separates Heizsystem samt Verteilung entfällt. Die Beleuchtung wird über ein Glaspanel im Wohnzimmer gesteuert; zum Lichtkonzept gehört auch die beleuchtete Laibung der Schiebefront, die abends die Öffnung selbst zur Lichtquelle macht. Im gesamten Container liegt Vinylboden mit weißen Sockelleisten.


Eckdaten

Grundlage20-Fuß-Seecontainer
Gesamtfläche15 m²
Räumedrei
AufteilungSchlafen/Küche 9–10 m², Wohnen circa 2,5 m², Bad circa 2,5 m²
BadMikrozement in Spachteltechnik
Schiebefront2,20 × 2,50 m
FassadeFichte, Nut und Feder, vergraut
DachDachbegrünung
KlimaSplit-Klimaanlage, 16–28 °C

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