Zwei Module in L-Form: Wohnen, Werkstatt und Wellness
Rund 45 Quadratmeter aus zwei Modulen in L-Form: ein 40-Fuß-High-Cube mit Wohnbereich, Schlafzimmer und Bad, dazu ein 20-Fuß-High-Cube mit Werkstatt und Wellnessbereich. Das bislang aufwendigste Projekt dieser Reihe — mit Schreinerküche, Photovoltaik samt Speicher und einer eigenen Sauna.

Aufteilung der beiden Module
Der 40-Fuß-Container nimmt Schlafzimmer, Badezimmer und den Wohnbereich mit Küche auf: rund 20 Quadratmeter Wohnen und Kochen, etwa sechs Quadratmeter Schlafen und vier Quadratmeter Bad. Der quer dazu gestellte 20-Fuß-Container teilt sich in Werkstatt beziehungsweise Gartenhaus und einen Wellnessbereich. Die L-Form ist dabei mehr als eine Anordnung: Sie trennt die lauten und staubigen Nutzungen räumlich vom Wohnen ab und bildet zugleich einen nach zwei Seiten geschützten Außenbereich, der als Terrasse nutzbar bleibt, ohne dass zusätzliche Sichtschutzelemente nötig wären.

Wohnzimmer und Schreinerküche
Der Wohnbereich öffnet sich über eine rund vier Meter breite Fensterfront. Die Küche wurde als Schreinerküche gefertigt, mit Eichenholzfronten und Arbeitsplatten aus Echtstein — beides Materialien, die sich über die Nutzungsdauer abschleifen und aufarbeiten lassen, statt bei Beschädigung ersetzt werden zu müssen. Zur Ausstattung gehören Kühlschrank, Spülmaschine, Waschbecken, Herdplatte und eine Dunstabzugshaube mit Filterfunktion; in den Oberschränken sind Mikrowelle und Heißluftfritteuse untergebracht, sodass die Arbeitsfläche frei bleibt. Sofa, Ethanolofen und Fernseher kamen vom Eigentümer dazu.

Schlafzimmer
Zwei große, passgenau angefertigte Schränke und ein Unterschrank für das Bett nutzen die Raumhöhe des High-Cube bis unter die Decke aus. Eingebaut ist ein 1,60 Meter breites Bett — auf sechs Quadratmetern eine bewusste Entscheidung für Schlafkomfort statt für Bewegungsfläche, die durch den Stauraum unter dem Bett und in den Schränken ausgeglichen wird. Das Fenster ist abgedunkelt ausgeführt und macht den Raum damit auch tagsüber nutzbar; an der Decke sitzen LED-Spots.

Badezimmer
Das Bad ist mit Pissoir, WC, Waschbecken und einer bodentiefen Regendusche von 120 auf 90 Zentimetern ausgestattet, abgetrennt durch eine Echtglastür. Mit 1,20 Metern Länge liegt die Dusche deutlich über dem üblichen Maß und ist eher einem Bad im regulären Wohnungsbau vergleichbar. Die Fliesen sind bis zur Decke verlegt, auch der Fensterkasten wurde vollständig gefliest — dadurch gibt es im gesamten Raum keine Fläche, die auf Spritzwasser empfindlich reagiert, und keinen sichtbaren Materialwechsel auf halber Höhe. Türblätter und Zargen im gesamten Haus bestehen aus Echtholz.

Werkstatt und Wellnessbereich
Ein Teil des 20-Fuß-Containers dient als Werkstatt und Lager und nimmt Waschmaschine, Trockner sowie das Akkusystem der Photovoltaikanlage auf. Damit wandern genau die Funktionen aus dem Wohnbereich, die Geräusch und Abwärme erzeugen. Der andere Teil ist als Sauna- und Wellnessbereich ausgeführt: mit einer großen antiken Echtholzbadewanne, einer Wandverkleidung aus Lärchenholz und einer vollständig indirekten Deckenbeleuchtung, die keine Leuchtmittel im Blickfeld lässt und den Raum gleichmäßig aufhellt.

Photovoltaik und Technik
Auf den Dächern beider Container verteilen sich 16 Photovoltaikmodule zu je 450 Watt, in Summe also rund 7,2 Kilowatt Spitzenleistung, ergänzt um einen Akkuspeicher mit 15 Kilowattstunden. Der Speicher ist der Grund, warum die Anlage über den Tagesverlauf hinaus trägt: Was mittags erzeugt und nicht verbraucht wird, steht abends und nachts zur Verfügung. Sowohl das Tiny House als auch die Werkstatt besitzen je eine eigene Split-Klimaanlage zum Heizen und Kühlen, sodass der Werkstattbereich unabhängig vom Wohnteil temperiert werden kann. Zum Lichtkonzept gehören neben LED-Spots je eine Dreiphasenschiene an der Decke von Wohn- und Schlafzimmer, auf der sich Leuchten frei verschieben lassen.

Fassade, Dach und Terrasse
Beide Container sind mit einer Lärchenholzfassade verkleidet und begrünt. Die durchgehende Materialwahl über beide Module hinweg lässt die L-Form als einen Baukörper lesen und nicht als zwei aneinandergestellte Container. Die Dachbegrünung liegt unter den Photovoltaikmodulen und kühlt sie im Sommer durch Verdunstung — Module arbeiten bei niedrigerer Temperatur mit besserem Wirkungsgrad. Vor dem Gebäude liegt eine rund 20 Quadratmeter große Terrasse, die im Winkel der L-Form liegt und dadurch von zwei Seiten gefasst ist.


Eckdaten
| Grundlage | 40-Fuß-High-Cube und 20-Fuß-High-Cube |
| Anordnung | L-Form |
| Gesamtfläche | circa 45 m² |
| Baujahr | 2025/2026 |
| Bauzeit | circa vier Monate |
| Photovoltaik | 16 Module à 450 W, 15-kWh-Speicher |
| Küche | Schreinerküche, Eiche und Echtstein |
| Klima | je eine Split-Klimaanlage pro Modul |
| Terrasse | circa 20 m² |
| Preis 2026 | circa 168.000–170.000 € |

