Vier Module, zwei Ebenen: 60 Quadratmeter Anbau in zwei Wochen vor Ort
Ein zweistöckiger Anbau an ein Bestandshaus aus vier 20-Fuß-High-Cube-Modulen: rund 60 Quadratmeter zusätzliche Wohnfläche auf zwei Ebenen, sechs Meter lang, fünf Meter breit, sechs Meter hoch. Die vier Container wurden binnen zwei Tagen geliefert und verschweißt — die gesamten Arbeiten am Grundstück dauerten rund zwei Wochen.

Konstruktion
Je zwei Container stehen im Erd- und im Obergeschoss nebeneinander. Die nebeneinanderliegenden Module wurden untereinander geöffnet, sodass pro Etage eine zusammenhängende Fläche von rund 30 Quadratmetern entsteht. Möglich ist das, weil die Lasten eines Seecontainers über die vier Eckpfosten und die Längsträger abgetragen werden — die Seitenwände sind aussteifend, aber nicht tragend im Sinne einer Wand. Von der Modulbauweise ist im fertigen Raum nichts mehr abzulesen: Es gibt keine Stütze in der Raummitte und keinen Absatz in der Decke, der den ursprünglichen Stoß markieren würde.

Raumaufteilung
Das Erdgeschoss ist ein durchgehender Wohn- und Essbereich von etwa 30 Quadratmetern und erweitert den bestehenden Wohnraum, statt ihn zu ersetzen — Alt- und Neubau bilden zusammen eine Fläche, die zuvor nicht zur Verfügung stand. Im Obergeschoss liegen zwei Kinderzimmer mit je rund 15 Quadratmetern. Beide Zimmer sind gleich groß geschnitten, sodass sich zwischen ihnen keine Rangfolge ergibt. Insgesamt verteilen sich damit drei Räume auf zwei Ebenen.

Anbindung an das Bestandshaus
Beide Ebenen sind direkt vom Bestandshaus aus zugänglich; für den Weg nach oben wird die vorhandene Treppe genutzt. Der Anbau braucht dadurch kein eigenes Treppenhaus, was die 60 Quadratmeter vollständig als Wohnfläche nutzbar macht. Eine Innentreppe hätte auf beiden Ebenen Fläche gekostet und zusätzlich einen Durchbruch in der Decke erfordert. Der Anschluss an den Bestand erfolgt jeweils geschossweise, sodass sich der Anbau wie eine Fortsetzung der bestehenden Räume anfühlt.

Heizung und Boden
Auf beiden Ebenen liegt eine wassergeführte Fußbodenheizung, angebunden an das Heizsystem des Bestandshauses. Damit versorgt eine einzige Anlage Alt- und Neubau; eine zweite Wärmeerzeugung samt eigener Wartung und Abrechnung entfällt. Wassergeführt bedeutet außerdem, dass der Anbau von jeder künftigen Umstellung der Heizung im Bestandshaus automatisch mitprofitiert. Im Wohn- und Essbereich im Erdgeschoss wie in beiden Kinderzimmern im Obergeschoss wurde Vinylboden verlegt.

Fassade und Fenster
Der gesamte Anbau trägt eine durchgehende Lärchenholzfassade. Zwischen den einzelnen Modulen sind keine zugeschnittenen Übergänge oder Unterbrechungen sichtbar — die Fassade läuft über alle vier Container durch und macht aus vier Baukörpern optisch einen. Genau daran erkennt man sonst Modulbauten: an der wiederkehrenden Fuge im Raster der Containerlänge. Eingebaut wurden weiße Fenster von etwa 1,30 auf 1,20 Metern, im Erdgeschoss dazu eine Schiebefront von 2,20 auf 2,20 Metern, die auf die Terrasse führt.

Dach und Montage
Auf rund 30 Quadratmetern ist das Dach begrünt und nimmt damit die gesamte Grundfläche des Obergeschosses ein. Die vier Container wurden innerhalb von zwei Tagen angeliefert und miteinander verschweißt; anschließend hat ein Spengler die Anschlüsse an das Bestandshaus ausgeführt, damit Dach und Fassade an der Fuge zwischen Alt und Neu dauerhaft dicht bleiben. Die gesamten Arbeiten vor Ort dauerten rund zwei Wochen — der Vorteil der Vorfertigung liegt genau hier: Der Innenausbau war zu diesem Zeitpunkt bereits im Werk erledigt.




Eckdaten
| Projektart | zweistöckiger Hausanbau |
| Grundlage | vier 20-Fuß-High-Cube-Seecontainer |
| Wohnfläche | circa 60 m² auf zwei Ebenen |
| Abmessungen | circa 6 × 5 × 6 m |
| Räume | drei auf zwei Ebenen |
| Bauzeit | circa fünf Monate |
| Arbeiten vor Ort | circa zwei Wochen |
| Heizung | wassergeführte Fußbodenheizung |
| Dach | circa 30 m² Dachbegrünung |
| Preis 2025 | circa 176.000 € |

